Creed haben seit ihrer Gründung etliche Millionen Tonträger im zweistelligen Bereich abgesetzt. In der Zeit Ende der 90er Jahre gehörte die US-Band zu den kommerziell erfolgreichsten Acts.
Creed
Später einmal (jetzt eigentlich schon) wird die Geschichte folgendermaßen erzählt: Grunge endet mit dem Leben Kurt Cobains. So funktioniert Geschichtsschreibung einfach, sie vereinfacht das Geschehene, bis es für aufmerksame Zeitgenossen kaum noch zu ertragen ist. Creed macht einen von vielen – gar nicht einmal missratenen – Versuchen, Grunge irgendwie fortzusetzen, und dabei auch gleich noch etwas Neues zu kreieren. Das gelingt der Band durchaus. Abgesehen davon, dass sie aus Tallahassee in Florida stammt (von dort ist man sehr unterschiedliche, aber immer andere Töne gewohnt), ist Creed unglaublich erfolgreich (die Verkaufszahlen schwanken stark, Schätzungen liegen grundsätzlich im zweistelligen Millionenbereich) und die Band wird – nicht nur von den vielen aufgeregten Fans – als würdige Erbin der Grunge-Granden gelesen, auch wenn es da dieses seltsame Christending gibt, das die Musiker (zum Beispiel im Namen) mit sich herumschleppen.
Scott Stapp (Gesang) und Mark Tremonti (Gitarre), alte Freunde an der Florida State University, schließen sich 1995 mit Brian Marshall (Bass) und Scott Phillips (Schlagzeug) zu Naked Toddler zusammen, bevor sie zu Maddox Creed umfirmieren, wovon Creed eben bleibt. Im Juni 1997 wird „My Own Prison“ veröffentlicht, das erste Album. Wind-Up Records, ein gerade gegründetes Label aus New York, vertreibt die Arbeiten der Band (in Zusammenarbeit mit Sony) – und verkauft sehr schnell sehr viele Alben. Creed punktet mit dem Titelsong, mit „What´s This Life For“, „Torn“ und „One“ in verschiedenen US-Rockcharts, im März 1999 beginnt die Band in Mitteleuropa, Aufmerksamkeit zu erregen.
Creed – Human Clay
Da setzt Creed bereits zum zweiten Sprung an. Und die Band setzt auf Beständigkeit. John Kurzweg bleibt der Produzent, Wind-Up das Label, stilistisch bleibt sich die Band treu. „Human Clay“ wird im September 1999 veröffentlicht und soll mehr als 11 Millionen Mal verkauft worden sein. Vor allen Dingen im englischsprachigen Raum, in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland räumt Creed unglaublich an, in Europa ist der Erfolg vergleichsweise moderat. Der neunte Platz in den deutschen Charts hebt sich da schon ab. „With Arms Wide Open“ (dafür gibt es 2001 den Grammy (bester Rocksong)) und „Higher“ sind in den USA unglaubliche Hits.
Brian Marshall steigt aus, der Bassist soll sich mit Scott Stapp überworfen haben. Tremonti übernimmt in der Folge den Bass im Studio, live springt Brett Hestla von Virgos Merlot, einer Rockband aus Alabama, ein. Das dritte Album „Weathered“ entsteht im Verlaufe des Jahres 2001, das vorerst letzte Album von Creed wird im November veröffentlicht. „My Sacrifice“ ist der große Hit, bei der anschließenden Tour müssen einige Konzerte abgesagt werden, da Scott Stapp sich verletzt hat und nur langsam gesundet. Es dauert bis in den Sommer 2004, bis sich Creed offiziell auflöst. Während Stapp solo arbeitet und für „Passion Christi“ ein Lied schreibt, kehrt Marshall zu den anderen Jungs zurück und gründet mit denen und dem Sänger Myles Kennedy Alter Bridge, eine neue Band.
Zwei Alben entstehen, mit „Blackbird“, dem zweiten, das im Oktober 2007 auf den Markt kommt, ist Alter Bridge besonders erfolgreich – für 2010 ist das dritte Album der Band angekündigt, 2009 findet sich allerdings auch Creed zu einer Reunion zusammen …